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Personal Apr 1, 2026 · 6 min read

Warum ich fns gebaut habe: Ich bin süchtig nach Tastaturkürzeln.

Ich bin süchtig nach Tastaturkürzeln. Jede Sekunde, die ich nicht mit der Maus verbringe, behalte ich in Erinnerung. Ich will alles von der Tastatur aus erledigen und suche schon seit Jahren nach Werkzeugen, die diesen Anspruch erfüllen.

Am Ende dieser Suche stand eine Erkenntnis: Die wichtigsten Tastaturkürzel sind längst zum Schlachtfeld der Tech-Giganten geworden. Alfred und Raycast konkurrieren um ⌘ + Space, ChatGPT und Claude liefern sich ein Rennen um ⌥ + Space. Wer einen globalen Shortcut besetzt, hat schon den ersten Schritt zur Kundenbindung gemacht.

Inmitten dieser Kämpfe gab es eine Taste, die fast leer war. Unten links auf der Tastatur: die fn-Taste. Sie liegt an der leicht erreichbaren Stelle unter allen Modifikatortasten, und das einzige, was macOS standardmäßig damit macht, ist den Emoji-Picker zu öffnen. Kein Konflikt mit irgendeiner App der Tech-Giganten. Die Erkenntnis, dass in dieser leeren Stelle Potenzial steckt, war der Anfang von allem.

Warum Produktivität im KI-Zeitalter so mühsam ist

Wenn man beobachtet, wie Menschen heute KI nutzen, fällt eine Absurdität auf. Die Werkzeuge sind mächtiger als je zuvor — und trotzdem ist der eigentliche Arbeitsfluss stärker fragmentiert.

Man schreibt ein Dokument, öffnet eine separate App, um die KI zu befragen, kopiert die Antwort und wechselt zurück zur ursprünglichen Aufgabe. Man schreibt Code, wechselt für eine kurze Suche zum Browser — und just in diesem Moment erscheint eine Benachrichtigung, die den Gedankenfluss unterbricht. Man empfängt eine Nachricht in Slack, die man strukturieren möchte, aber während man das tut, kommt schon die nächste Meldung und verschiebt den Kontext.

Dieser ständige Kontextwechsel ist teurer als gedacht. Die Hand wandert zur Maus, die Augen springen zum nächsten Fenster und zurück — und dabei löst sich der Gedanke auf, den man gerade festgehalten hatte. Für Solopreneure, Freiberufler, Designer und Entwickler, die den ganzen Tag an der Tastatur arbeiten, summiert sich dieser Kostenpunkt auf halbe Arbeitstage.

KI gut zu nutzen heißt nicht, das beste Modell auszuwählen. Es kommt darauf an, wie kurz der Weg ist, die KI in den Arbeitsfluss einzubinden.

Die Schwächen bestehender Werkzeuge

Bestehende Shortcut-Produktivitätswerkzeuge haben ein gemeinsames Problem: die Einstiegshürde ist durchgehend hoch.

Karabiner-Elements, Keyboard Maestro, Hammerspoon — diese Werkzeuge sind mächtig. Wirklich mächtig. Aber neue Nutzerinnen und Nutzer scheitern bereits bei der Frage „Wie fange ich überhaupt an?” Das Einrichten dauert Tage, die Lernkurve ist steil. Statistisch gesehen gibt die Mehrheit der Nutzenden irgendwann auf.

Suchbasierte Launcher wie Raycast oder Alfred sind auch keine leichten Einstiege. Für einfache Suchen mag das stimmen — aber wer Workflows und Erweiterungen richtig ausschöpfen will, muss sich durch lange Dokumentationen kämpfen. Und die Details, die Poweruser wirklich brauchen — Unterscheidung zwischen linkem und rechtem Modifikator, andere Aktionen durch mehrfaches Drücken von Modifikatoren, benutzerdefinierte Shortcut-Ketten —, stoßen irgendwann an Grenzen.

Der gesamte Markt dreht sich um erfahrene Nutzerinnen und Nutzer. Dazwischen klaffte eine große Lücke. Ein Werkzeug, das jede Person in fünf Minuten einrichten kann und dabei trotzdem monatelang individuell angepasst werden kann. War das möglich?

Schon bei der Textersetzung zeigt sich der Unterschied

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Textersetzung. Die macOS-Standardfunktion ist zu simpel. ;eml wird zu einer E-Mail-Adresse — und das funktioniert in Drittanbieter-Browsern, Slack oder Electron-Apps oft gar nicht oder fehlerhaft.

Auf der anderen Seite machen Werkzeuge wie TextExpander oder Espanso alles möglich. Doch wenn jemand zum ersten Mal das morgige Datum automatisch einfügen, den Cursor zwei Zeichen vor Zeilenende positionieren und den Inhalt der Zwischenablage einfügen möchte, braucht es zunächst ein langes Studium der Dokumentation.

Bei fns wählen Neueinsteiger einfach aus einer reichhaltigen Vorlagesammlung und klicken auf „Anwenden”. Gleichzeitig können Poweruser Cursorpositionierung, Eingabeparameter und automatisches Datum vollständig kontrollieren. Leichter Einstieg, tiefe Tiefe — dieses Prinzip gilt für jede einzelne Funktion.

fns’ Ansatz

So wurde fns gebaut.

Die fn-Taste als Standard-Global-Trigger. Sie liegt frei, im Konflikt mit keiner App der Tech-Giganten. Wer möchte, kann den Trigger jederzeit ändern: Cmd+Space, Option+Space, Caps Lock — jede Taste ist mappbar.

KI direkt in den Arbeitsfluss holen. In jeder Umgebung, in der Text eingegeben werden kann, ruft ein einziger fn-Shortcut sofort Cloud-LLMs wie Claude oder Gemini sowie On-Device-LLMs wie Apple Foundation Model oder Windows Foundry Local auf. Keine separate App, kein Kopieren und Einfügen — KI wird Teil des Arbeitsflusses.

Für Anfänger und Poweruser gleichzeitig. Ein KI-gestützter Einrichtungsassistent und eine reiche Vorlagensammlung ermöglichen jedem einen schnellen Start. Gleichzeitig sind fortgeschrittene Optionen wie Modifikator-Sequenzen, Links-/Rechts-Unterscheidung und benutzerdefinierte Shortcut-Ketten offen zugänglich.

Konflikte minimieren. Ein ausgefeiltes Binding-System sorgt dafür, dass Shortcuts nicht mit anderen Apps kollidieren. Bereits belegte Tasten werden automatisch umgangen.

Für wen ist dieses Werkzeug gedacht?

fns richtet sich an Menschen, die ihre digitale Produktivität maximieren wollen — Solopreneure, Freiberufler, Designer, Entwicklerinnen und Entwickler, Autorinnen und Autoren. Das Ziel: Zeitverlust durch Routineaufgaben reduzieren und KI so natürlich in den Arbeitsfluss einbetten, dass der Gedankenfluss nie abreißt.

Bisher wurden Produktivitätswerkzeuge überwiegend für Fortgeschrittene gebaut. fns will dieses Muster ändern. Jede und jeder soll es nutzen können — und wer tiefer eintauchen will, soll unendlich viel zu entdecken finden. Das war von Anfang bis Ende das unverrückbare Prinzip.

Ausblick

fns umfasst acht Kernfunktionen: Text, Speech, Clipboard, Query, App Launcher, Scroll, Zoom, Click Mode. Es sind die Dinge, die ich bei jedem neuen Mac als allererstes einrichten möchte.

Wer erst ausprobieren und dann entscheiden möchte, kann das im Browser tun. Danke, dass Sie bis hier gelesen haben. Die fn-Taste wird sich auch bedanken.